Longieren

*** Neues Trainingsangebot ab 2014 ***


Das Longieren mit Hunden ist eine relativ junge, aber derzeit boomende Hundesportart. In den 60er-Jahren wurden skandinavische Polizeihunde longiert, um ihre Kondition zu steigern.

Seit Mitte der 80er-Jahre praktizierte der Schweizer Ausbilder Hans Schlegel Kreislongieren und Freilongieren als eine Methode zur Therapie von verhaltensauffälligen Hunden.

Thomas Baumann widmet 2008 in seinem Buch „Ich lauf schon mal vor…“ ein Kapitel dem Longieren mit Hunden. In seinen Darstellungen wird besonders der bindungsintensivierende Effekt als Therapie- bzw. Trainingsmöglichkeit für sehr schwierige, verhaltensauffällige Hunde betont.

Longieren mit Hunden, was ist das?

Das Wort „Longieren“ kommt ursprünglich aus dem Pferdesport. „Ein Pferd an einer Longe (= lange Laufleine für Pferde) im Kreis laufen lassen.“ So lautet die Erklärung in verschiedenen Fremdwörterbüchern.

Beim Longieren mit Hunden läuft der Hund außen an der Kreismarkierung eines abgesteckten Kreises entlang. Seine gesamte Aufmerksamkeit richtet er dabei nicht nach vorne, sondern auf seinen Hundeführer, der sich im Inneren des Kreises befindet. Der Mensch gibt seinem Hund Sicht- und Hörzeichen, die der Hund aufmerksam wahrnimmt und umsetzt. Das Innere des Kreises wird als „Tabuzone“ bezeichnet, welche der Hund nicht betreten darf – nur der Hundeführer bewegt sich im Kreis.

Longieren mit Hunden ist ein Sport, eine Freizeit- und sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit mit dem Hund. Ganz nebenbei ergibt sich aus dem Longiertraining für viele Mensch-Hund-Teams jedoch auch eine ganz neue Beziehungsqualität. Hunde, deren Fokus meist viel stärker nach außen gerichtet ist, von uns weg (d.h., spannende Gerüche, andere Hunde und Menschen sind oft reizvoller), werden im Laufe des Trainings konzentrierter und aufmerksamer. Die Entscheidung, sich stärker für seinen Menschen zu interessieren, fällt der Hund ohne Zwang. Er hätte jederzeit die Möglichkeit wegzulaufen, denn longiert wird im fortgeschrittenen Stadium ohne Longe – und trotzdem orientiert sich der Hund freudig und erwartungsvoll an seinem Führer.

Der Hund wird hierbei sowohl körperlich als auch geistig herausgefordert und ausgelastet. Er erfährt durch die Eindeutigkeit der menschlichen Signale eine sichere Orientierung. Nicht nur die klare Rollenverteilung, auch das Prinzip von Führen und Folgen entspricht den Instinkten des Hundes. Longieren ist also alles andere als ein stupides „im Kreis laufen“. Abwechslungsreiche, für den Hund unvorhersehbare Aufgaben führen diesen immer wieder zur Belohnung.

Über spontane Richtungswechsel, verschiedene Gangarten, am Kreis ausgeführtes SITZ, PLATZ, STEH, bis hin zu verschiedenen Tricks, eingebauten Hürden, dem Longieren mit mehreren Hunden und schließlich der Verkettung zweier oder mehrerer Kreise sind den Abwechslungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt – außer der Kreisbegrenzung, die jedem Spieler seinen Aktionsraum zuweist.

So stellt dieser Sport auch für den Hund, dessen natürliches Laufbedürfnis erfüllt wird, eine spannende, gemeinsame Aktion mit dem Hundeführer dar. Selbst verführerische Ablenkungen können dieses Zusammenspiel nicht mehr stören. Immer wieder konnte beim Longieren beobachtet werden, wie schnell sich auch bei anfangs eher bindungsarmen oder extrem ignoranten Hunden eine aufmerksame Konzentration auf den Hundeführer einstellte. Diese bindungsintensive Kommunikationsform hinterlässt natürlich nicht nur im Longierkreis ihre Spuren. Auch auf gemeinsamen Spaziergängen oder bei anderen sportlichen Aktivitäten mit dem Hund zeigen sowohl der neue Fokus des Hundes als auch das bewusste Umgehen mit der eigenen, menschlichen Körpersprache ihre Auswirkungen.

Der ideale Untergrund für den Longierkreis ist eine ebene Fläche mit weichem Boden, die frei ist von Löchern oder ähnlichen Stolperfallen. Harte Böden wie Asphalt sind für das Longieren ungeeignet. Auch glatte oder matschige, feuchte Böden bieten sich nicht an, da der Hund auf ihnen leicht ausrutschen könnte.

Der Durchmesser des Longierkreises sollte mindestens 10 bis 15 Meter betragen.

Quelle: Longiersport für Hunde, Kosmos Verlag